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Stand: 30.12.2008

Vorwahlen

Telefon - Vorwahlnummern

Die Telefon-Vorwahlnummern in Deutschland sind auf den ersten Blick nach keinem erkennbaren System vergeben worden. Eine aktuelle Zuschrift erklärt aber, warum bei Einrichtung unseres Vorwahlnummern-Systems eines gewählt wurde, dass von anderen regionalen Nummernsystemen abweicht, wie etwa den Postleitzahlen oder den Bankleitzahlen. Dazu weiter unten mehr.
Hier zunächst die Hauptvorwahlbereiche (erste zwei Ziffern):

00...

Auslands-Nummern (siehe unten)

01...

Postdienste (siehe unten)

02...

Köln, Düsseldorf, Bonn, Dortmund, Münster, Koblenz

03...

Berlin und neue Bundesländer

04...

Hamburg, Bremen, Kiel

05...

Hannover, Braunschweig, Bielefeld, Kassel

06...

Frankfurt, Mannheim, Saarbrücken, Trier, Fulda

07...

Stuttgart, Karlsruhe, Ulm, Freiburg, Konstanz

08...

München, Augsburg, Passau, Ingolstadt

09...

Nürnberg, Regensburg, Würzburg

Einige Nummernkreise scheinen freigehalten worden zu sein, um auf einen Zuwachs von Fernsprechkunden gefaßt zu sein. Die Orte mit den größten Teilnehmerzahlen haben die kürzesten Vorwahlnummern. In Deutschland sind das erst vier, nämlich Hamburg (040), Berlin (030), Frankfurt (069) und München (089). Die Anschlüsse der Teilnehmer dürfen in beiden Ortsnetzen bis zu 8 Ziffern haben. Insgesamt dürfen nach einem internationalen Fernmeldeabkommen Vorwahl und Anschlußnummer zusammen maximal 11 Ziffern haben. Mit der Länderkennung hat kein Anschluß mehr als 14 Ziffern.

Manche Ortskennzahl hat sich im Lauf der Jahre geändert, manche Vorwahlnummer hat auch ihre Geschichte. So hat man bis Ende der 60er Jahre mit der 0611 nach Frankfurt hineingewählt. Dann kam die 069 und die 0611 wurde über zwanzig Jahre nicht vergeben. Inzwischen wurde das Wiesbadener Ortsnetz immer größer, nicht zuletzt durch Eingemeindungen. Mitte der 90er Jahre wurde deshalb die Wiesbadener 06121 durch die bisher freie 0611 ersetzt. Man darf gespannt sein, wann und wo die 06121 wieder auftaucht.

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Übersicht über die größten 36 Städte (numerisch):

0201

Essen

0241

Aachen

0451

Lübeck

0202

Wuppertal

0251

Münster

0511

Hannover

0203

Duisburg

030

Berlin

0521

Bielefeld

0208

Oberhausen

0341

Leipzig

0531

Braunschweig

0209

Gelsenkirchen

0351

Dresden

0611

Wiesbaden

0211

Düsseldorf

0361

Erfurt

0621

Mannheim/Ludwhf.

02151

Krefeld

0371

Chemnitz

069

Frankfurt / Offenb.

02161

Mönchengladbach

0381

Rostock

0711

Stuttgart

0221

Köln

0391

Magdeburg

0721

Karlsruhe

0228

Bonn

040

Hamburg

0821

Augsburg

0231

Dortmund

0421

Bremen

089

München

0234

Bochum

0431

Kiel

0911

Nürnberg/Fürth

Zur Geschichte und Technik der Vorwahlnummern

Das "System" wird deutlich, wenn man sich vor Augen führt, wie früher ein Telefon funktionierte, also in den Zeiten vor der Frequenzwahl. Da wurden nämlich Wähl-Impulse durch die Leitung geschickt, d. h. für (0721) zuerst 10 Impulse (=Ferngespräch), dann 7 Impulse (nach Südwest), dann 2 Impulse (in Raum Karlsruhe), dann noch 1 Impuls (=Stadt Karlsruhe). Je mehr Impulse, desto länger dauerte die Herstellung der Verbindung.

(0211) Düsseldorf war also wesentlich schneller zu erreichen als (09976) Rötz im Bayr. Wald. Damit wird das System klarer: Die schnellste Nummer, die man in Deutschland wählen kann (bzw. konnte zur Zeit der alten Technik), war die 112, die Feuerwehr (4 Impulse in der Summe).

Die "0" war in der analogen Telefoniererei stets die höchste Ziffer (mit 10 Impulsen) und wurde für Ferngespräche festgelegt, Ferngespräche waren früher eben selten und teuer.
(Deshalb ist die "0" auf der Telefontastatur auch traditionell hinter der 9, während sie auf Rechnertastaturen bei der 1 steht).

Und so kam der Westen dann zu den Vorwahlen mit "02". Dort waren die meisten Einwohner, ergo gingen dort die meisten Ferngespräche hin, so wurde die Verbindungszeiten minimiert. Wenn nämlich die Impulse über die Leitung gingen, war die Leitung belegt, und zwar belegt, ohne das die Post schon kassieren konnte. Es bestand also zumindest in der Frühzeit des Fernmeldewesens ein großes Interesse, die Zeit bis zum Zustandekommen der Verbindung zu minimieren.

Der Rest wurde dann wohl mehr oder weniger gegen den Uhrzeigersinn durchnumeriert:
03 für Berlin (inkl. Reserve für die neuen Länder), 04 HH, 05 H, 06 F, 07 S, 08 M, 09 N.

Und bei der Feineinteilung ging dann so weiter; die größten Städte bzw. Regionen waren in der Regel immer mit weniger Impulsen erreichbar. Beispiel: 0711 = Stuttgart, 0721 = Karlsruhe, 0731 = Ulm, 0741 = Rottweil, 0751 = Ravensburg, 0761 = Freiburg, 0771 = Donaueschingen, 0781 = Offenburg, 0791 = Schwäb. Hall. Diese Orte sind die sog. Hauptämter (4-stellige Nummern mit Endziffer 1).

Danach folgten die regionalen Knotenämter (5-stellige Vorwahlen mit Endziffer 1), z. B. für

    07121 = Reutlingen
    07131 = Heilbronn
    07141 = Ludwigsburg
    07151 = Waiblingen
    07161 = Göppingen
    07171 = Schw. Gmünd
    07181 = Schorndorf
    07191 = Backnang

Und danach die Feineinteilung der Ortsnetze:

    07121 Reutlingen, 07122 St. Johann, 07123 Metzingen , 07124 Trochtelfingen, 07125 Bad Urach.....

Zu dieser Systematik kommen dann die Ausnahmen:

  • 030 Berlin, 040 Hamburg, 069 Frankfurt, 089 München - damit eine Gesamtlänge der Rufnummer nicht überschritten wurde.
  • 0228 Bonn, 0234 Bochum, 0203 Duisburg u. v. a für das Rhein/Ruhr-Gebiet (dort gibt es ja keine kleineren Orte mehr)
  • ähnlich 0335 Frankfurt/Oder, 0345 Halle, 0355 Cottbus, 0365 Gera usw. als neue, vierstellige in den neuen Ländern, endend auf 5
  • sechsstellige Vorwahlen in den neuen Ländern (es gab wohl zuwenig 03er Nummer für die Ortsbereiche der DDR,  sechsstellige Vorwahlen gab es bin in die 70er Jahre übrigens auch noch im Westen)

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Telefondienste

Die Rufnummern, die mit 01 beginnen, sind verschiedenen Telefondiensten vorbehalten. Die wichtigste Gruppe darunter sind die Mobiltelefonnetze (B, C, D1 und D2,sowie E plus/O2)

0130

Auskunftdienste großer Firmen, für Anrufer zum Nulltarif

0137

Televotum-Service; läßt Abstimmungen von TV-Sehern und Radiohörern zu (z.B. TED)

0138

Teleshopper-Nummer. Kosten: alle 21 Sekunden eine Einheit.

0161

Mobilfunk, C-Netz

0171

Mobilfunk, D1-Netz (Telekom); inzwischen erweitert um 0170

0172

Mobilfunk, D2-Netz (private Anbieter), inzwischen erweitert um 0173 und 0174

0177

Mobilfunk, E-plus Netz (private Anbieter), inzwischen erweitert um 0178

0180

Intelligentes Netz der Telekom, Anrufmanagement. (Kundenservicenummern / Beratungsdienste). Eine 0180-Nummer wird auf jeden beliebigen Apparat geschaltet. Abgrenzungen: 01802 für Anrufer zum Ortstarif, 01803 zum Regionaltarif und 01805 zum Ferntarif

0190

Tele-Info-Service; für Anrufer kostenpflichtige Programme der Medien und vieler Marketingfirmen. Die Programme können interaktiv verzweigen, so daß mit diesem Service auch Waren bestellt werden können. Kosten: alle 12 Sekunden eine Einheit.

0700

Vanity-Nummern (siehe dort); seit etwa 1999 angebotene persönliche Nummer

0800

Neuer Bereich für kostenfreie Service-Leistungen (sollen 0130 und Teile von 0180 ersetzen)

0900

Neuer Bereich für kostenpflichtige Dienste (sollen 0190 und restliche 0180 ersetzen).